Sicherheit
Nach einem Einbruch: Schloss und Tür nachrüsten
Kurz gesagt: Tausche zuerst den Zylinder gegen einen mit Aufbohr- und Ziehschutz und ergänze einen Schutzbeschlag. Danach folgen Zusatzschloss und Bandseitensicherung. Alles aufeinander abgestimmt bringt am meisten.
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Zuerst dokumentieren
Nach einem Einbruch(sversuch) Schäden fotografieren und der Versicherung melden, bevor du reparierst. Bei einem tatsächlichen Einbruch die Polizei einschalten.
Die sinnvolle Reihenfolge
- Zylinder tauschen gegen einen mit Aufbohr- UND Ziehschutz, bündig montiert (richtig messen).
- Schutzbeschlag montieren, der den Zylinder abdeckt und das Ziehen erschwert (Schutzbeschlag).
- Zusatzschloss (Kastenschloss) als zweite Verriegelung nachrüsten.
- Bandseitensicherung auf der Scharnierseite - die wird oft vergessen.
Die vier Bausteine:
ABUS Bravus Sicherheitszylinder
Doppelzylinder · Bohr- + Ziehschutz · Sicherungskarte
- hoher Schutz: Aufbohr-, Zieh- und Manipulationsschutz
- Kopierschutz per Sicherungskarte
Sicherheits-/Schutzbeschlag
Zubehör · schützt den Zylinder vor Herausziehen/Aufbohren
- deckt den Zylinder ab, erschwert das Herausziehen
- oft gehärteter Kern gegen Aufbohren
Kastenzusatzschloss (Tür)
Zubehör · zweite Verriegelung für mehr Einbruchschutz
- zusätzliche Verriegelung neben dem Hauptschloss
- VdS-anerkannte Modelle erhältlich
Bandseitensicherung
Zubehör · sichert die Scharnierseite der Tür
- schützt die oft vergessene Bandseite
- sinnvolle Ergänzung zum sicheren Zylinder
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Warum die Reihenfolge so herum sinnvoll ist
Zylinder und Schutzbeschlag stehen nicht zufällig zusammen an erster Stelle - sie wirken nur gemeinsam. Die polizeiliche Kriminalprävention begründet den Beschlag damit, dass er "den Profilzylinder und das Einsteckschloss schützt", und knüpft daran eine Bedingung: Hat der Schutzbeschlag keine Zylinderabdeckung, muss der Zylinder außen bündig abschließen - Toleranz plus/minus 3 mm - und einen integrierten Ziehschutz haben. Ein neuer Sicherheitszylinder, der zu weit übersteht, und ein Beschlag, der ihn nicht abdeckt, ergeben zusammen also weniger als die Summe ihrer Teile.
Erst danach lohnt der Blick auf die zweite Verriegelung. Zum Querriegelschloss hält die Polizei fest: Es sichert die Tür gut, "eine weitere Nachrüstung ist dann in der Regel nicht erforderlich" - vorausgesetzt, die Schließkästen sind fest im Mauerwerk verankert, das Schloss sitzt unterhalb des Hauptschlosses und der Zylinder ist mechanisch geschützt eingebaut. Die Bandseite kommt zuletzt, weil sie ohne stabile Schlossseite wenig bringt: Gegen das Aufhebeln im Bandbereich schützen laut polizeilicher Beratung spezielle Bändersicherungen, alternativ werden Hintergreifhaken genannt.
Vor dem Kauf: fünf Maße, die du haben musst
- Zylinderlänge außen und innen. Von der Mitte der Stulpschraube nach außen (Maß A) und nach innen (Maß B); bei den meisten Herstellern steht die Außenseite zuerst - einzelne (etwa BASI) drehen es um, notiere die Maße deshalb mit Wort. Die Längen gibt es in 5-mm-Schritten je Seite. Anleitung: Zylinder ausmessen.
- Aktueller Überstand. Steht der alte Zylinder außen vor, ist das ein Befund und keine Kleinigkeit: Polizei und VdS nennen als Grenze höchstens 3 mm Überstand. Plane die neue Länge lieber bündig als großzügig.
- Falzluft. Ein einbruchhemmendes Schließblech wirkt laut polizeilicher Beratung nur bei geringem Abstand zwischen Flügel und Rahmen: "am besten nur ca. 3 mm, keinesfalls aber mehr als 5 mm".
- Türstärke. Sie entscheidet nicht nur über die Zylinderlänge, sondern auch über das Zubehör - der ABUS Türspion 2200 ist zum Beispiel für Türstärken von 35 bis 53 mm ausgelegt.
- Türblatt und Zarge. Zusatzschlösser brauchen eine tragfähige Konstruktion. Die polizeiliche Beratung nennt für schwache Türblätter den Austausch gegen ein massives Blatt, zum Beispiel eine 40 mm starke Vollholztür, und für die Zarge ein verlängertes, mehrfach im Mauerwerk verankertes Schließblech aus 3 mm Stahl.
Was mechanische Sicherung realistisch bringt
Kein Bauteil macht eine Tür unüberwindbar - der Effekt ist gewonnene Zeit. Die KfW schreibt in ihrer Information zum Einbruchschutz: "Weit über ein Drittel aller Einbrüche bleibt im Versuchsstadium stecken, weil die Diebe die vorhandenen Sicherungen an Türen und Fenstern nicht schnell genug überwinden können." Umgekehrt hält die polizeiliche Kriminalprävention fest, dass viele Außentüren "schon allein mit körperlicher Gewalt, also ohne den Einsatz von Einbruchwerkzeug, leicht zu überwinden sind". Genau in diese Lücke zielt eine abgestimmte Nachrüstung.
Förderung: Stand August 2026
Die KfW führt auf ihrer Seite zum Einbruchschutz derzeit ein Produkt auf: den Kredit Nr. 159 "Altersgerecht Umbauen", ausdrücklich auch für besseren Einbruchschutz. Einen Investitionszuschuss für Einbruchschutz nennt die Seite dort aktuell nicht - die verlinkte Adresse trägt den alten Zuschuss-Namen (455-E) nur noch im Pfad und führt heute auf eben diese Kreditseite. Beantragt wird der Kredit nicht direkt bei der KfW, sondern bei einem Finanzierungspartner; er steht laut KfW "unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel". Welche Maßnahmen und Eigenleistungen förderfähig sind, steht im jeweiligen Merkblatt - lies es, bevor du bestellst oder beauftragst, und prüfe den Stand vor jeder Investition selbst.
Wann ein Fachbetrieb ran sollte
Den Zylinder tauscht man mit einem Schraubendreher; ein Querriegelschloss im Mauerwerk zu verankern ist etwas anderes. Für geprüfte einbruchhemmende Bauteile ist der fachgerechte Einbau ausdrücklich Voraussetzung - die KfW schreibt zu den Widerstandsklassen: "Voraussetzung für einen ordnungsgemäßen Einbruchschutz ist über alle Klassen hinweg ein fachgerechter Einbau durch ein Fachunternehmen." Die Beratung selbst kostet nichts: Die polizeilichen Beratungsstellen beraten kostenlos vor Ort, und die KfW verweist dafür ebenfalls auf k-einbruch.de. Wohnst du zur Miete, empfiehlt die Berliner Beratungsstelle Einbruchschutz, den Vermieter bei baulichen Veränderungen einzubeziehen - wer was zahlt, klärt Mieter oder Vermieter.
Quellen: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Sicherheitstipps Türen, das Infoblatt "Empfehlungen zur Sicherung von Türen" der Beratungsstelle Einbruchschutz beim Polizeipräsidenten in Berlin sowie die KfW-Seite zum Einbruchschutz. Abgerufen im August 2026.
Häufige Fragen
Was rüste ich nach einem Einbruch zuerst nach?
Zuerst den Zylinder gegen einen mit Aufbohr- und Ziehschutz tauschen und einen Schutzbeschlag montieren, der den Zylinder abdeckt. Danach folgen ein Zusatzschloss und die Bandseitensicherung. Die Komponenten sollten aufeinander abgestimmt sein.
Reicht ein sicherer Zylinder allein?
Nein. Ein sicherer Zylinder ist die Basis, aber ohne Schutzbeschlag bleibt er angreifbar, und die Bandseite sowie eine schwache Schließleiste bleiben Schwachstellen. Einbruchschutz wirkt als Kette.
Gibt es Förderung für Einbruchschutz?
Die KfW führt auf ihrer Seite zum Einbruchschutz derzeit den Kredit Nr. 159 (Altersgerecht Umbauen) auf, ausdrücklich auch für besseren Einbruchschutz; einen Investitionszuschuss für Einbruchschutz nennt sie dort aktuell nicht - die alte Zuschuss-Adresse (455-E) führt heute auf genau diese Kreditseite. Beantragt wird der Kredit über einen Finanzierungspartner, und er steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Programme und Konditionen ändern sich - prüfe den aktuellen Stand, bevor du kaufst oder beauftragst.
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